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Warum wir von sonnengeküsster Haut einfach nicht genug bekommen

Nach sonnenverwöhnter, brauner Haut haben sich zwar seit jeher Köpfe umgedreht, doch die Gründe dafür könnten verschiedener nicht sein. Noch vor einhundert Jahren hätten wir unser Tanning Oil ohne nachzudenken gegen einen Sonnenschirm ausgetauscht, um uns bloß nicht den Teint mit einer zu tiefen Bräune zu ruinieren. Und heute? Heute greifen wir selbstbewusst zum Selbstbräuner, wenn uns die Zeit für ein ausgiebiges Sonnenbad fehlt.

Aber wie entsteht der sonnenverwöhnte Glow eigentlich, was macht ihn so attraktiv – und warum schwören wir heute nicht mehr auf noble Blässe, wie noch vor 100 Jahren? Lass uns gemeinsam einen Blick hinter die Kulissen der Schönheitsideale werfen und dem Geheimnis der unwiderstehlichen braunen Haut nachspüren.

Wie entsteht braune Haut?

Im Grunde ist sommerliche Bräune der Schutzreflex, mit dem sich unser Körper vor zu viel Sonne in Sicherheit bringt. Dringt UV-Strahlung ungehindert durch unsere Haut, kann sie im Gewebe darunter Schäden anrichten. Aus diesem Grund spannt unser Körper gewissermaßen selbst einen Sonnenschirm auf, wann immer mehr Sonnenlicht als gewöhnlich auf unsere Haut einwirkt.

Dafür verantwortlich sind die sogenannten Melanozyten. Diese Zellen sitzen tief in der Haut und bilden das Pigment Melanin, das unsere Hautfarbe bestimmt. Werden die Melanozyten durch Sonnenlicht angeregt, bilden sie mehr Pigment als sonst. Die damit gesättigten Hautzellen sind dunkler und wandern ganz automatisch an die Oberfläche unserer Haut, wo sie UV-Strahlen absorbieren, anstatt sie in tiefere Hautschichten durchdringen zu lassen.

Dass unsere Haut einen gesunden Glow aufweist, kann aber noch einen anderen Grund haben: Carotinoide. Diese Farbstoffe kennen wir vor allem durch das in Karotten enthaltene Beta-Karotin. Und wenn du jetzt denkst, dass zwischen dem Orange der Karotte und strahlender Haut ein Zusammenhang bestehen könnte, hast du vollkommen recht.

Unser Körper verarbeitet Carotinoide zu Vitamin A, das unter anderem eine Voraussetzung für gesunde Zähne und Augen ist. Nehmen wir regelmäßig große Portionen dieser wertvollen Vitaminspeicher zu uns, lagert unser Körper den Überschuss als Notreserve in unserer Haut. Et voilà: Ein sanfter, sonniger Glow, der unsere Bräune noch etwas gesünder wirken lässt.

Warum finden wir braune Haut so sexy?

Eine der bekanntesten Erklärungen dafür, dass wir Sonnenbräune attraktiv finden, stammt aus der Entwicklungsbiologie. Sie besagt, dass wir uns von Menschen angezogen fühlen, die fit und munter wirken, da wir glauben mit ihnen eine gesunde Familie gründen zu können. Diese Theorie passt auf jeden Fall mit dem Carotin-Glow zusammen. Denn dieser lässt schlussfolgern, dass wir viele gesunde Nahrungsmittel zu uns nehmen.

Das ist jedoch nicht der einzige Grund dafür, dass wir braune Haut sexy finden. Auch unsere Kultur und die Zeit, in der wir leben, prägen unsere Vorstellung von Schönheit. Gerade, wenn es um das Thema Bräune geht, haben sich die Schönheitsideale innerhalb der letzten hundert Jahre gewaltig weiterentwickelt.

Es ist nämlich gar nicht so lange her, dass gebräunte Haut in weiten Teilen der Welt ein modisches No-Go war – ganz ungeachtet der gesundheitlichen Schäden, die es nach sich ziehen konnte, wenn sich jemand ungeschützt der Sonne aussetzte. 

Von vornehmer Blässe zu gesunder Bräune: Schönheitsideale im Wandel

Die Gefahr, sich bei einem ungeschützten Sonnenbad Verbrennungen zuzuziehen, ist heute selbstverständlich ebenso aktuell wie damals. Bis zum Beginn der Industrialisierung arbeitete jedoch der Großteil der oft armen Bevölkerung auf dem Feld, war den ganzen Tag der Einstrahlung des Himmelskörpers ausgesetzt und wurde dabei unvermeidlich braun. 

Aus diesem Grund galt seit der Antike ein dunkler Teint als ein Zeichen von Armut, wohingegen blasse Haut als Statussymbol besonders erstrebenswert war. Kein Wunder also, dass über Jahrhunderte hinweg nicht nur in adligen Kreisen mit allen erdenklichen Mitteln gepudert und gebleicht wurde, um eine noble Blässe zu erzielen.

Weißes Puder, statt brauner Haut – HiCoco

Weißes Puder sorgte für eine vornehme Blässe.

Besonders beliebt war dabei eine Art Make-up aus Bleiweiß, die für modebewusste Römerinnen zur alltäglichen Beauty-Routine gehörte. Dieses aufhellende Pigment verleiht der Haut eine geradezu gespenstische Blässe, auf die auch Königin Elizabeth I. schwor. 

Ein Nachteil des Puders war allerdings, dass bei allzu konsequenter Anwendung eine Bleivergiftung drohte – und die konnte tödlich enden.

In weiten Teilen Asiens gilt blasse Haut übrigens bis heute als begehrenswert, insbesondere für Frauen. Wer wie die japanischen Gyaru, eine Gruppe junger Frauen mit außergewöhnlichem Kleidungsstil, zu Tanning Oil und Selbstbräuner greift, ist dort gewöhnlich Teil einer rebellischen Subkultur, die bewusst mit traditionellen Schönheitsidealen bricht.

In Europa kam das Sonnenbaden zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Mode, wenn auch zuerst nur als medizinische Anwendung. Ähnlich wie Luftkuren galten damals auch Sonnenkuren als patentes Mittel gegen allerlei gesundheitliche Leiden. Dass daraus ein Lifestyle wurde und wir heute unsere Bräune als Teil unserer Selfcare-Routine betrachten, verdanken wir einem langsamen Umschwung, der während der 1920er-Jahre begann. 

Der Weg zur perfekten Bräune

In den goldenen 20ern waren plötzlich gebräunte Schönheiten bei Modeschauen und in Magazinen zu sehen. Ein Trend wurde geboren und schon im Jahr 1924 erschien ein erstes Bräunungsöl auf dem Markt. Damit mussten die modebewussten Frauen von damals allerdings noch recht vorsichtig umgehen. 

Die Bräunungsprodukte dieser Zeit enthielten keinen Lichtschutzfaktor. Und tatsächlich dauerte es noch rund zehn Jahre, bis 1933 in Deutschland das erste Patent für eine wirklich schützende Sonnenmilch angemeldet wurde.

Spätestens damit war dann das Zeitalter der stolz zur Schau getragenen Sommerbräune eingeläutet. In den Nachkriegsjahren gehörte es gewissermaßen zum guten Ton, braun gebrannt aus dem Urlaub zurückzukehren. Modische Gründe hatte das längst nicht mehr, stattdessen war die Bräune zum Statussymbol avanciert: Sie zeigte schließlich, dass man es sich leisten konnte, in den Urlaub zu fahren.

Bräunen als Statussymbol – HiCoco

In der Nachkriegszeit wurde das Bräunen zum Statussymbol.

Zurück in die Gegenwart und damit in eine Zeit, in der wir wissen, was für ein Risiko UV-Strahlung für unsere Haut bedeutet, Melanin-Schutzschild hin oder her. Doch wollen wir deshalb auf unsere Bräune verzichten? Auf keinen Fall. 

Aber wir sind definitiv vorsichtiger geworden: Anstatt in der prallenden Sonne rekeln wir uns lieber im Schatten und greifen zu Alternativen wie Selbstbräunern, der unsere Haut ganz ohne UV-Licht zur Pigmentproduktion anregt und vor allem, dass ganze Jahr über gebräunt sein lässt

Das Geheimnis sonnenverwöhnter Haut

Was macht sie also schlussendlich aus, die unwiderstehliche Anziehungskraft brauner Haut? Wir können den Reiz des gesunden Glows evolutionsbiologisch oder als Folge einer langen Tradition sich wandelnder Schönheitsideale erklären – müssen es aber nicht. Vielleicht lieben wir ja nicht einfach nur unsere sonnen geküsste Haut, sondern das Gesamtpaket.

Ob Sonnenbad oder Selbstbräuner: Unsere Bräune zu pflegen bedeutet, dass wir uns Zeit für uns nehmen. Das hat ein bisschen mit Achtsamkeit im Alltag und viel mit Selfcare zu tun, die nicht nur unseren Style, sondern auch unsere Ausstrahlung pflegt. Denn wenn wir im Spiegel eine Frau sehen, die uns gefällt, verhalten wir uns selbstbewusster. Und Selbstbewusstsein macht definitiv sexy.


Titelbild von Roman Odintsov. Weitere Bilder von Adrien Olichon und Nathan Anderson.

Hannah Doths ist Redakteurin bei inara schreibt.

Über die Redaktion

Hannah Doths ist Onlineredakteurin bei inara schreibt. Texte mit Aussagekraft sind ihr Spezialgebiet. Mit Adleraugen macht sie jeden noch so kleinen Fehler ausfindig und garantiert Qualität mit einem einzigartigen Twist.

 

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